Andreas Schwald (1940–2025) – Ein Leben für Software Engineering und Gemeinschaft
Die Münchner Software-Engineering-Community trauert um Andreas Schwald (1940–2025), einen prägenden Pionier, engagierten Netzwerker und geschätzten Kollegen, dessen Wirken weit über die Region hinausreichte.
Wie erst im April 2026 in München im Kreis seiner ehemaligen Kollegen bekannt wurde, ist Andreas Schwald am 23. September 2025 in seinem Heimatort Bürserberg/Vorarlberg im Alter von 85 Jahren verstorben.
Andreas Schwald war in der Software-Engineering Community in München eine feste Größe. Nach seinem Studium und Promotion (Mathematik) an der Universität Wien 1965 war seine erste industrielle Tätigkeit 1967-1973 Systemprogrammierer bei AEG Telefunken. 1973-1978 war Andreas Schwald wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Rechenzentrum in München und kam damit in Kontakt mit den Größen der noch jungen Disziplin “Informatik”. Anschließend begann seine Arbeit als freiberuflicher Berater und Dozent in der damals sich rasch entwickelnden Disziplin Software Engineering/Software-Technologie. So ist es auch keine Überraschung, dass Schwald Interesse an der 1980 erstmals standardisierten Programmiersprache Ada zeigte. Er war 1984 Autor eines der ersten deutschsprachigen Fachbücher über Ada. Überregional wurde Schwald bekannt als Redner und Organisator zahlreicher Konferenzen und Workshops auf dem Gebiet der Software-Technik. Sein Interesse galt vorwiegend der Erstellung sicherer und langlebiger Software-Systeme, daher lag auch sein Fokus auf dem Einfluss des Faktors (und der Schwachstelle) “Mensch” bei der Software-Entwicklung. Sein wissenschaftliches Interesse galt den Methoden und Prozessen im Software‑Engineering, Metriken für Software‑Qualität und -Produktivität, Einführung und Optimierung von Software‑Tools.
Er engagierte sich für die beiden in München vertretenen Berufsverbände Gesellschaft für Informatik (GI-Regionalgruppe München) und im German Chapter of the ACM, dort fungierte er 2002-2003 als Chairman. Auch die GI-Fachgruppe und den Förderverein Ada Deutchland e.V. hat Schwald tatkräftig unterstützt und die Konferenzen von Ada Europe waren ihm ein besonderes Anliegen.
Andreas Schwald war ein äußerst angenehmer und beliebter Zeitgenosse für alle diejenigen, die das Privileg hatten, mit ihm zusammenarbeiten zu können. Sein Auftreten war stets bescheiden und respektvoll gegenüber jedermann. Er verstand es, jedes Gespräch und jeden Kommentar mit einer Prise Humor zu würzen.
In den letzten Jahren wurde es still um Andreas Schwald, bei öffentlichen Veranstaltungen in München wurde er nur noch selten gesehen. Seine letzte Ruhe fand er in seinem Heimatort Bürserberg im Kreis der Familie. Die Münchner Community bewahrt sein Andenken und ist dankbar für alle seine Beiträge, die uns dauerhaft erhalten bleiben!
26. April 2026, Michael Tonndorf, Ottobrunn (michael@tonndorf.net)